Öffentliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion
Buddhist Women at the Grassroots: Scholars and Practitioners in Dialogue
Interdisziplinäres Kolloquium
Frauen im Buddhismus
Internationaler Kongress 2011
Achtsamkeit
Sommeruniversität
Buddhism into the 21st Century
Fotoausstellung
Online: Tod im Buddhismus
Symposion
Peace
Menschenrechte
Indian Buddhist Thought in 6th-7th c. China
Workshop
Meditation im frühen
Buddhismus I 2009
Meditation im frühen
Buddhismus I und II 2010
Meditation im frühen
Buddhismus II 2011
elearning
Readings in the Madhyama-āgama
Öffentliche interdisziplinäre
Vortragsreihe
Das philosophische Wissen des Buddhismus
Stifter und Mäzene und ihre Rolle in der Religion
Die Seidenstraße und Nordostchina: Buddhismuskundliche Spurensuche
Ökoethik und Klimawandel
Tod und Sterben im Buddhismus
Moralität: Ein Innen- oder Außenfaktor?
Naturwissenschaften: Quantenphysik, Stammzellenforschung, Neurowissenschaft
im Gespräch mit anderen Wissensbereichen: Naturwissenschaft, Ökonomie, Erziehungswissenschaften
Kooperationen
Buddhismus im Westen: ein Dialog zwischen Religion und Wissenschaft, 28.10.2010

From 28 July to 1 August 2008 the Center inaugurated the Summer University in Buddhism in which scholars from England and the United States were invited to campus to speak about issues generating new insights and wider debate among students about Buddhism into the 21st Century.
The sponsored program entailed educational activities on topics concerned with the understanding of Buddhism and engaged at examining contemporary issues of other disciplines against the intellectual basis of Buddhist thought and practice. The program provided a unique opportunity for the students to work with a professor on the topic of his special interest. It highlighted new approaches on Buddhist Art (Dr. David Jackson), Buddhism and Science (Dr. Peter Malinowski), and Engineering, Buddhism and the Arrow of Innovation (Anja-Karina Pahl) and addressed themes like Buddhism Through the Ages (Dr. Burkhard Scherer) and Focus on Tibet and its Religions (Dr. Jim Rheingans). The participants who came from various countries, including Austria, Czech Republic, England, Italy, Luxemburg, Mozambique, Poland, and Spain benefited from this dynamic mix of scholarly inquiry.
Academic Responsibility and Organisation: Dr. Jim Rheingans; co-organisation: Dr. Barbara Schuler
We would like to thank our sponsor for supporting this event.



Auch in der zweiten Vortrags- und Diskussionsreihe des Zentrums für Buddhismuskunde der Universität Hamburg war der Buddhismus wieder mit anderen Wissensbereichen im Gespräch. Führende Neurowissenschaftler, Stammzellenforscher, Physiker und Vertreter des Buddhismus referierten und diskutierten im Dialog miteinander zu folgenden grundlegenden Fragestellungen: Gibt es eine neuronale Basis für religiöse Erfahrungen und das Selbstbewusstsein? Was hat die buddhistische Ethik zur Stammzelldiskussion zu sagen? Gibt es mögliche Berührungspunkte zwischen der Quantenphysik und der buddhistischen Philosophie?
Wissenschaftliche Leitung und Moderation: Dr. Barbara Schuler
Buddhismus und Quantenphysik
JP Dr. Roman Schnabel (Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik) im Dialog mit PD Dr. Klaus-Dieter Mathes (Asien-Afrika-Institut, Uni Hamburg)
20. Mai 2008, 18:15 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost

Einzelreferat von Roman Schnabel:
»Quantenphysik im Kleinen und im Großen«
Die Physik ist eine empirische Wissenschaft. Das Teilgebiet der Quantenphysik befasst sich dabei mit den Eigenschaften der kleinsten Einheiten der Dinge -- mit den sogenannten Quanten. Dabei werden in der Regel Quanten des Mikrokosmos beobachtet, wie zum Beispiel Lichtteilchen oder Atome.
In meinem Vortrag möchte ich einige besondere Beobachtungen der Quantenphysik näher diskutieren und aktuelle Ideen vorstellen, nach denen auch große Objekte in einem Experiment Eigenschaften von Quanten zeigen sollten.

»Abhängiges Entstehen und Leerheit – Ein buddhistischer Ansatz von aktueller Bedeutung?«
Für Nagarjuna konnte der zentrale buddhistische Lehrsatz vom abhängigen Entstehen nur dann aufrecht erhalten werden, wenn man gleichzeitig die Leerheit aller Existenzfaktoren von einem Eigenwesen vertritt, denn etwas könne nur dann von anderem abhängig sein, wenn es nicht aus sich heraus existiert. Diese Leerheit wurde dann in der Nur-Geist-Schule (Yogacara) dahingehend erklärt, dass nichts unabhängig vom Beobachter existiert.
In meinem Vortrag möchte ich diese Modelle der Realität kurz vorstellen und prüfen, ob sie sich als philosophische Erklärungsansätze für die bahnbrechenden neuen Erkenntnisse der Quantenphysik eignen.
Zu den Dateien
Vortrag Dr. Schnabel Vortrag Dr. Mathes Diskussion PPT Dr. Schnabel (als PDF)
Buddhismus und die Stammzelldiskussion
Prof. Dr. Andreas Faissner, (Dept. of Cell Morphology and Molecular Neurobiology, Universität Bochum) im Dialog mit Franz-Johannes Litsch (Buddhistische Akademie, Berlin)
3. Juni 2008, 18:15 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost

»Grundlagen, Ziele und aktuelle Kontroversen der Stammzellbiologie«
Embryonale Stammzellen (ES-Zellen) besitzen das Potential, eine große Zahl – wenn nicht alle – bekannten Zellen des menschlichen Körpers zu bilden. Deshalb dienen sie als Modell entwicklungsbiologischer Forschung. Darüber hinaus wird ihnen die Eigenschaft zugesprochen, Zellverluste im menschlichen Körper ausgleichen zu können. Daran knüpfen sich Hoffnungen auf die Entwicklung neuartiger Therapieverfahren sowie auf die Entstehung neuer Industrien, mit den damit verbundenen Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Vorteilen. Demgegenüber bestehen erhebliche ethische Bedenken, da die ES-Zellen aus frühen Embryonen abgeleitet werden. Daran hat sich eine Debatte entzündet, die mittlerweile weite Bereiche der Gesellschaft ergriffen hat.

Einzelreferat von Franz-Johannes Litsch:
»Wie wir uns selbst erschaffen – Buddhismus und Stammzellforschung«
Anhand dreier Lehraussagen des historischen Buddhismus sollen einige
mögliche Antworten auf die heutigen Entwicklungen der humanen Biomedizin
dargestellt werden. So gibt es zunächst recht eindeutige traditionelle und volkstümliche Vorstellungen über die körperlich-geistige Reproduktion des Menschen und deren ethische Konsequenzen. Die Lehren des Abhidhamma enthalten darüber hinaus differenziertere Beschreibungen des pränatalen menschlichen Werdeprozesses mit daraus hervorgehenden praktischen Möglichkeiten und ethischen Folgen. Die buddhistische Grundhaltung der Selbstbeobachtung (Vipassana) und die Kernlehre des Bedingten Zusammenentstehen (Paticca Samuppada) schließlich beinhalten eine ausgeprägt kulturkritische Stellungnahme zum Anliegen der — auf der Basis der abendländischen Philosophie betriebenen — westlichen Forschung und Technik am und zum Menschen.
Franz-Johannes Litsch ist Architekt, Mitarbeiter des Umweltbundesamts, Mitglied des Vorstands der Buddhistischen Akademie Berlin und Vertreter des deutschen Zweigs des International Network of Engaged Buddhists (INEB).
Zu den Dateien (MP3)
Vortrag Dr. Faissner Vortrag Hr. Litsch Diskussion
Buddhismus und Neurowissenschaft
Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley (Klinikum der Universität Köln) im Dialog mit Oliver
Petersen (Tibetisches Zentrum Hamburg)
10. Juni, 2008, 18:15 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost

»Neurale Korrelate des Selbstbewusstseins«
In der philosophischen Tradition ist das menschliche Selbstbewusstsein mit unterschiedlicher epistemischer Autorität ausgestattet worden. In der Kantischen transzendentalphilosophischen Konzeption etwa ist das Selbstbewusstsein eine transzendentale Kategorie, die vor allen empirischen Bewusstseinsinhalten zu denken ist und als notwendige Vorbedingung aller Bewusstseinsinhalte selbst der Erfahrung nicht zugänglich ist. Einer solchen starken Konzeption stehen fiktionale Entwürfe gegenüber, in denen das Erlebnis eines Selbstbewussteins als Fiktion oder Illusion aufgefasst wird. Aus Sicht der Neurowissenschaften ist eine Humesche Bündeltheorie des Selbstbewusstseins am besten verwertbar, derzufolge Selbstbewusstsein in wesentliche Teileigenschaften (Perspektivität, Meinigkeit, Einheit) zerlegbar ist, die operationalisiert und empirisch untersucht werden können. Dabei zeigt sich, dass eine umschriebene Zahl von Regionen, darunter medial frontal und temporoparietal gelegene kortikale Regionen eine wesentliche Rolle bei selbstreferentiellen kognitiven Prozessen spielen.

»Geist und Gehirn aus der Sicht eines Buddhisten«
Die Gehirnforschung macht derzeit rasante Fortschritte. Welche ihrer Erkenntnisse bestätigen die Meditationspraxis und die Philosophie des Buddhismus? Welche ihrer Thesen würde ein Buddhist als voreilig anzweifeln?
Oliver Petersen, 1961 geboren, ist seit 1980 für das Tibetische Zentrum e.V., Hamburg, das unter der Schirmherrschaft des Dalai Lama steht, tätig. Zwischen 1983-1999 war er dort als buddhistischer Mönch und Schüler von Geshe Thubten Ngawang ordiniert. Heute leitet er für das Zentrum Meditationsseminare und Studienkurse und ist als Referent, Übersetzer und im interreligiösen Dialog tätig.
Oliver Petersen ist Magister der Tibetologie, Religionswissenschaft und Philosophie und hat eine gestalttherapeutische Ausbildung.
Zu den Dateien (MP3)
Vortrag Dr. Vogeley Vortrag Hr. Petersen Diskussion

Dr. Elisabeth Haderer (Uni Hamburg)
1. Juli 2008, 18:15 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost
Eintritt frei
Im Vortrag wird die Bedeutung, der Zweck und die Herstellung tibetischer Rollbilder (tib. Thang ka) erklärt und es wird näher auf die Entwicklung der verschiedenen Malstile in der tibetischen Kunst eingegangen. Im Mittelpunkt steht dabei die Karma Gardri-Maltradition der Karma Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus, die im 16. Jh. entstand und bis heute zu den bedeutendsten Stilen in der tibetischen Kunst zählt. Daneben wird auch genauer auf die Symbolik der einzelnen Bildelemente eines Thangkas eingegangen und es werden Bildbeispiele aus allen Jahrhunderten bis in die Gegenwart gezeigt.