Öffentliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion
Buddhist Women at the Grassroots: Scholars and Practitioners in Dialogue
Interdisziplinäres Kolloquium
Frauen im Buddhismus
Internationaler Kongress 2011
Achtsamkeit
Sommeruniversität
Buddhism into the 21st Century
Fotoausstellung
Online: Tod im Buddhismus
Symposion
Peace
Menschenrechte
Indian Buddhist Thought in 6th-7th c. China
Workshop
Meditation im frühen
Buddhismus I 2009
Meditation im frühen
Buddhismus I und II 2010
Meditation im frühen
Buddhismus II 2011
elearning
Readings in the Madhyama-āgama
Öffentliche interdisziplinäre
Vortragsreihe
Das philosophische Wissen des Buddhismus
Stifter und Mäzene und ihre Rolle in der Religion
Die Seidenstraße und Nordostchina: Buddhismuskundliche Spurensuche
Ökoethik und Klimawandel
Tod und Sterben im Buddhismus
Moralität: Ein Innen- oder Außenfaktor?
Naturwissenschaften: Quantenphysik, Stammzellenforschung, Neurowissenschaft
im Gespräch mit anderen Wissensbereichen: Naturwissenschaft, Ökonomie, Erziehungswissenschaften
Kooperationen
Buddhismus im Westen: ein Dialog zwischen Religion und Wissenschaft, 28.10.2010

Buddhismus im Gespräch mit den Naturwissenschaft
Dr. Thea Mohr, Frankfurt
20. November 2007 17:00 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost

Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Spannung zwischen Religion, Philosophie und Naturwissenschaften und auf der Basis der Interaktion unterschiedlicher Kulturen - Christentum und Buddhismus - wurde 1983 u.a. auf Anregung des Physikers David Bohn in Alpach eine naturwissenschaftlich/buddhistische Konferenz veranstaltet, die über die Konvergenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und ihre möglichen Auswirkungen auf Philosophie und Psychologie mit dem Buddhismus nachdenken will. Gegründet auf der Überzeugung, dass moderne Naturwissenschaft wie auch die Lehren Buddhas dahingehend übereinstimmen, dass eine grundlegende Einheit aller Phänomene zu postulieren sei, wurden u.a. von Francisco J. Varela die regelmäßig stattfindenden Tagungen des Mind & Life Institute's ins Leben gerufen. Seit 1987 finden Treffen westlicher Wissenschaftler und buddhistischen Gelehrten in USA, Österreich und Indien statt. Der Vortrag beschäftigt sich mit den wesentlichen Themengebieten dieser Dialoge.

Geldgier oder Mitgefühl: Ein buddhistischer Blick auf die globale Ökonomie
Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
4. Dezember 2007 17:00 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost
Download the talk (in German):
MP3 (130MB)
Karl-Heinz Brodbeck ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik, Betriebsstatistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und an der Hochschule für Politik für Wirtschaftspolitik. Er promovierte 1981 mit einer theoretischen Arbeit über technischen Wandel („Produktion, Arbeitsteilung und technischer Wandel“) und war von 1981 bis 1988 Akademischer Rat am volkswirtschaftlichen Institut der Universität München. Von 1989 bis 1991 wirkte er als Dozent an der Hochschule für Politik (Universität München) und war Mitarbeiter am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. In den Jahren 1991 und 1992 war er Geschäftsführer der Gesellschaft für Medienmarketing in München mit Vorlesungsauftrag an der Bayerischen Akademie der Werbung in München. Im Mai 2003 übernahm er die Aufgabe als Vorsitzender des Kuratoriums der Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main, gemeinnützige GmbH. Weiterhin ist er seit Herbst 2003 Kooperationspartner der Finance & Ethics Academy in Diex, Österreich.
Brodbeck hat zahlreiche Beiträge zur Kreativität, Kreativitätsforschung, zur Philosophie und Theorie der Ökonomie, zur Wirtschaftsethik und zum Buddhismus veröffentlicht. Brodbeck entwickelte eine buddhistische Wirtschaftsethik auf der Grundlage der Logik von Nagarjuna und Dharmakirti und kritisiert die traditionelle Ökonomik und den Neoliberalismus als implizite Ethik, die wissenschaftlich - erkennbar an zahllosen Fehlprognosen - gescheitert sei. Hauptthema seiner Arbeiten zur Philosophie sind erkenntnistheoretische Probleme und ihre zirkuläre soziale Vermittlung. 1995 erschien Der Spiel-Raum der Leerheit. Buddhismus im Gespräch. Seine aktuellste Veröffentlichung zum Thema ist Buddhismus interkulturell gelesen, 2005.
Link to Professor Brodbeck's homepage

Buddhismus und Erziehung: Interkulturelles Lernen
Prof. Dr. Josef Keuffer, Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik
8. Januar 2008 17:00 Uhr
Asien-Afrika-Institut, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost
Anders als beispielsweise in traditionalen Gesellschaften ist die individuelle Lebensführung heute zunehmend weniger in allgemein gültige Regeln, Riten, Werte und Lebensformen eingebettet. Auch die durch den Buddhismus stark geprägten Gesellschaften Asiens unterliegen den Anforderungen, die als Komponenten einer im Umbruch befindlichen Moderne bezeichnet werden. Man denke nur an den abrupten Wandel der Vorstellungen von Erziehung, Bildung, Sexualität, Gesundheit, Geschlechter- und Generationenbeziehungen und an die Vielfalt von Lebensformen. Pluralisierung und Individualisierung haben vor den großen Religionen keinen Halt gemacht. Dies gilt auch für den Buddhismus.
Die Lehre des Buddha lässt sich zugleich als Religion und als nicht religiös gebundene Ethik interpretieren. Eine „neue Ethik für unsere Zeit“ (14. Dalai Lama) ist aus Gründen der Erhaltung von Lebensmöglichkeiten und Lebensräumen für die Vielfalt irdischer Lebensformen, im Blick auf die Bewahrung des Friedens und weltweite soziale Gerechtigkeit notwendig. Eine solche Ethik bedarf keiner übergreifenden Kanonisierung (Dauber), sondern ist in verschiedenen spirituellen Traditionen verwurzelt und gründet in der freien Entscheidung des Einzelnen, einander in größter Achtsamkeit und Präsenz, reinen Herzens, ohne Absicht und Zweck, im gegenwärtigen Augenblick zu begegnen (Illich), und dabei die langfristigen Folgen unseres Verhaltens zu bedenken und im Blick auf kommende Generationen zu begrenzen.
Das Ziel von pädagogischer Arbeit ist es, die Fülle der Möglichkeiten des Mensch-Seins zu eröffnen und zugleich Realitätstüchtigkeit für die jeweilige Gesellschaft zu trainieren. Dieser Prozess ist zwischen den Generationen phasenweise notwendig konflikthaft. Der Kampf um Anerkennung gilt sowohl im Autonomiebestreben der nachwachsenden Generation als auch im Bestreben um Selbstbehauptung und Verantwortung der erziehenden Generation. Mit Erziehung sind im Sozialisationsprozess unvermeidlich kulturelle und soziale Konditionierungen verbunden, die unsere Wahrnehmung, unsere Wertmaßstäbe und unsere Selbstkonzepte, damit unser Handeln prägen und beschränken. In der Tradition der an Mündigkeit und Emanzipation orientierten Pädagogik erfordert dies einen fortwährenden, altersgemäßen Dialog, in dem sich im besten Fall Erziehung in Selbsterziehung verwandelt. Der interkulturelle Lernprozess zwischen dem Abendland und Asien eröffnet dabei eine Chance zur Transformation von Gesellschafts- und Persönlichkeitsstrukturen im Prozess der Zivilisation.
Prof. Dr. phil. Josef Keuffer ist seit 2004 Professor für Schulpädagogik und Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs des Landes Nordrhein-Westfalen an der Universität Bielefeld.

Prof. Dr. Michael Zimmermann,
Asien-Afrika-Institut, Uni Hamburg
10. Dezember 2007